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Das Herz auf der Zunge

2019 - ein Neustart?

Je älter man wird, desto unbedeutender werden Tage wie der Geburtstag, Weihnachten (es sei denn man hat Kinder), oder Silvester. 

Schon längst setze ich mich nicht mehr unter Druck an diesem Tag etwas ganz besonders aufregendes oder ausgefallenes machen zu müssen. Ja sogar Gesellschaft ist mir an dem Tag nicht mehr wichtig. Den Hund beim Geballer zu beruhigen nimmt ohnehin meine gesamte Zeit in Anspruch.

Was ich am Ende des Jahres doch immer noch, oder vielmehr immer lieber tue, ist ein Fazit zu ziehen. Mein persönlicher Jahresabschluss. 

 

Wie war das eigentlich, als ich am 31.12.2017 am Abend zu Hause auf meiner Couch saß? Wusste ich, was mich in den kommenden 365 Tagen erwarten wird? Hatte ich eine Ahnung wie sehr sich mein Leben ändern wird? Welche neuen Ängste sich auftun und welche Zweifel schnell verfliegen würden? Auf welche Momente ich mich besonders freute und mit welchen Enttäuschungen ich lernen musste umzugehen? 

Mit Sicherheit nicht, denn genauso wie es mir vor genau einem Jahr ging, geht es mir heute auch.

Ich kann den Ist-Zustand beschreiben und vielleicht noch eine einigermaßen akkurate Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse in der Vergangenheit liefern. Aber was ich nicht kann ist, in die Zukunft sehen. Und genau das gefällt mir am Leben. Klar kann es schon mal beängstigend sein, nicht zu wissen was passiert, aber genauso kann es einen komplett frei machen. 

Denn wenn du nicht weißt was passiert, musst du dich darauf auch nicht einstellen. Erwartungen zu haben ist immer schwierig und vor allem Erwartungen an die Zukunft zu haben, kann einem das Leben sehr schwer machen. Denn man vergisst, sich auf das jetzt zu konzentrieren und das zu genießen, was gerade passiert. 

2018 markiert für mich das Jahr, in dem ich mich für die Selbstständigkeit entschieden haben. Mit diesem Entschluss habe ich mich zugleich für mehr Freiheit, mehr Selbstbestimmung, mehr Zufriedenheit und ja, auch für weniger Sicherheit entschieden.

Natürlich habe auch ich mir immer mal wieder die Frage gestellt, wie meine (berufliche) Zukunft wohl aussehen wird und das schöne „Was ist wenn…“-Spiel gespielt. Und die beste Antwort, die ich am Ende des Jahres auf diese Frage habe ist eine Gegenfrage: Was wenn es anders kommt, als man denkt? Ich verrate es euch: You never know!

 

In den vergangenen 12 Monaten habe ich mir die Welt gemacht, wie sie mir gefällt. Haben Reisen unternommen, die mich an Grenzen gebracht haben. Habe tagsüber geschlafen und Nachts gearbeitet. Bin Risiken eingegangen und habe Dinge getan, die mich Überwindung gekostet haben. 

Was wäre wenn ich gescheitert wäre? Ich hätte bis zu diesem Punkt alles so gemacht, wie ich es in wollte und entschieden habe. Ich hätte auf eine Zeit zurück geblickt zu der ich hätte sagen können: „Das war geil!“.


"Der Zweifel raubt uns, was wir gewinnen könnten, wenn wir nur wagen würden."

WILLIAM SHAKESPEARE

Es ist viel passiert in den vergangenen 12 Monaten und ich habe viele Dinge schleifen lassen. Aber ich habe auch gemerkt, was mir wirklich wichtig ist und meine Zweifel endgültig zur Seite geschoben und verdammt nochmal Entscheidungen getroffen. 

Zum einen betrifft das meinen YouTube-Kanal dem ich mich entwachsen fühle. Mir macht es keinen Spaß mehr mich vor die Kamera zu setzen und loszureden. Das Schneiden von Vlogs nach meinen Reisen stresst mich und auch der Spagat zwischen Filmen und Fotografieren auf meinen Reisen hat für Druck gesorgt, der mich viele schöne Momente gekostet hat. 

Es wird weiterhin Videos von meinen Reisen auf meinem Kanal zu sehen geben. Aber dann entweder als Highlight-Filme oder kleine Dokus. Mich selbst mag ich einfach nicht mehr vor die Kamera stellen. 

Reisen, erleben, verstehen

Auch mein Blog wird sich einem makeover unterziehen müssen. Denn auch wenn die Pferde in meinem Leben und in meiner Arbeit eine enorm große Rolle spielen, gibt es so viele mehr von meinen Reisen zu berichten, als nur von den Erlebnissen einer Reiterreise.

Ich hatte mich auf meinem Blog auf die Reiterreisen beschränkt, da es ohnehin schon zig tausend Reiseblogs gab und gibt und ich mit meinem nicht den 1001 online stellen wollte.

 

Meine Überlegung war nun also: was kann ich anders machen, als andere Blogs? Ich wusste zumindest, was ich nicht wollte: Hoteltipps, die coolsten Shops, das beste Essen und die top Locations fürs Instagram-Poserbild. Ich möchte euch, meinen Lesern und Wegbegleitern, einen etwas anderen Mehrwert liefern. 

Fremde Kulturen begeistern mich ganz besonders und darum möchte ich euch unter dem Motto „Reisen, erleben, verstehen“ Einblicke in diese geben, um Verständnis zu schaffen, um Länder aus einer anderen Sicht kennenzulernen und um Vorurteile aus dem Weg zu räumen.

 

Denn die Welt schreibt täglich interessante Geschichten. Gerade habt ihr einen Auszug aus meiner gelesen. 

Ich freue mich, wenn ihr auch 2019 meinen Weg weiterhin begleitet und meine Geschichten und die von Menschen aus der ganzen Welt verfolgt.

 

P.S. diesen Text habe ich am 31.12.2018 mit meinem Hund neben mir auf der Couch geschrieben. 

Wie mein Leben wohl in einem Jahr aussehen wird?


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