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Reiten in Indien

Im Land der MAHARADSCHA

Ankunft in Indien

2017 stand eine besondere Reise für mich an. Ganz allein machte ich mich auf den Weg nach Indien. 

Knapp zwei Wochen lang war ich Gast in einer mir völlig fremden Kultur und habe mich in ihren Bann ziehen lassen. 

 

Nach einer sehr turbulenten Anreise, denn durch den Regen konnten viele Maschinen in Indien weder starten noch landen, war ich von den ersten Eindrücken des Landes mehr als überwältigt. 

 

Mit einem Taxi fuhr ich vom Flughafen in Udaipur in die Stadt. 

Leise weinend saß ich im Wagen; war es einerseits dem Schlafmangel verschuldet, aber andererseits vor allem dem überwältigenden Gefühl, das mich durchschwemmte. Elend, Dreck und Lärm lagen Hand in Hand mit bunten Farben, lachenden Menschen und skurrilen Szenen vor mir. Wie sollte ich jemals auf diese Reizüberflutung klarkommen? Und vor allem, was darf ich fühlen? Ist es in Ordnung, wenn ich sage, dass ich Indien wunderschön finde? 

Man liebt oder hasst dieses Land, sagt man. Ich bin der Meinung, dass man in allem Hässlichen auch Schönes entdecken kann. Und so ging es mir mit Indien. 

Man muss aufgeschlossen und möglichst unvoreingenommen sein, wenn man in fremde Länder reist, deren Kultur nicht annähernd der eignen entspricht. Nur dann ist man in der Lage die Eindrücke ohne Wertung auf sich wirken zu lassen. 

Pferde in Indien

Indien ist wahrscheinlich nicht das erste Land, das einem in den Sinn kommt, wenn man plant eine Reiterreise zu buchen. 

Schade eigentlich, denn Indien ist ein aufregendes Land, das sich vom Sattel aus ganz wunderbar erkunden lässt.

 

Meine Reise führt mich nach  Udaipur, das im Norden Indiens, um genau zu sein in Rajasthan, liegt. Dort haben Pferde eine lange und bewegende Geschichte, die man in einigen Museen verfolgen kann. 

Vor allem in der "Wedding Season" sieht man hier viele weiße Pferde, denn einer alten Tradition entsprechend reitet der Bräutigam auf einem weißen Pferd zur Hochzeits-Location. 

Auch wenn viele Inder mittlerweile den moderneren Weg wählen und auf schicke Autos umsteigen, wird diese Tradition noch in vielen Teilen des Landes aufrecht gehalten. 

Die Pferde der Reiterreise in Rajasthan werden nicht für Hochzeiten eingesetzt. Sie sind auch nicht weiß, dafür aber reinrassige Marwari. Diese Pferderasse zeichnet sich optisch vor allem durch ihre markanten Sichelohren aus. Ihr williger und mutiger Charakter, sowie ihre Trittsicherheit,  Ausdauer und Gelassenheit machen sie zu den idealen Trailpferden. 

Auf der Farm von Ute und ihrem Mann leben die Marwari das ganze Jahr über auf Paddocks und einem großzügigen Stück Land, auf dem sich sogar ein See befindet, den die Pferde regelmäßig für ein kühles Bad nutzen. 

 

Ute ist vor vielen Jahren nach Indien ausgewandert. Der Liebe wegen. Im Laufe der letzten Jahre hat Ute mit ihrem Mann zusammen ihre eigenen Marwari gezogen und ausgebildet.

Auf der Farm merkt man schnell, dass die Pferde keine Goldesel, sondern Familienmitglieder sind. Alles dreht sich um die Tiere der Farm, zu denen auch vier Hunde und eine Menge Hühner zählen. 

Die Pferde sind interessiert und aufgeschlossen, als ich sie zum ersten Mal auf der Farm besuche. Ihre gebogenen Ohren sehen live absolut faszinierend aus. Um mehr als 180 Grad können die Marwari ihre Ohren drehen und vom Sattel aus sieht das noch mal spektakulärer aus. 

Sofort fühle ich mich unglaublich wohl auf der Princess Trail Farm. Wir genießen den Sonnenuntergang und die Musik der umliegenden Feste, denn zur Zeit ist in Indien Navratri

Reiten in Indien

Mein ganz persönlicher Wegbegleiter ist Marwari Kirti. 

Sie lerne ich kurz vor meinem ersten Ausritt in Indien kennen, der uns durch einen Nationalpark führen wird. Ich bin sehr gespannt, denn ich kann mir noch nicht so recht vorstellen, wie wohl die pure Natur in Indien aussehen wird. In einer Gruppe aus vier Leuten reiten wir los.

Da meine beiden Mitreiter Amerikaner sind, erklärt Ute uns auf englisch auf welche Tiere wir beim Ausritt stoßen werden, welche Geschichte sich hinter dem Nationalpark verbirgt und auch welche besonderen Pflanzen den Weg, den wir mit den Pferden zurücklegen, säumen. 

Der Nationalpark ist Dank der Monsoon-Zeit, die bis in den September geht, durch und durch grün. Immer wieder werden wir von riesigen Schwärmen von Schmetterlingen begleitet. An diesem Tag reiten wir hauptsächlich Schritt und können die Natur in vollen Zügen genießen.

Mein Highlight ist der Ritt durch einen See. Ohne zu zögern marschieren die Pferde ins Wasser. Schnell bringe ich meine Satteltasche mit dem Kameraequipment in Sicherheit, denn wir sind schon bis zu unseren Knien im Wasser. 

Nach der Abkühlung im See fühle ich mich entspannter denn je. Die Strapazen der Anreise sind vergessen und Indien zeigt sich von seiner ganz entspannten und überhaupt nicht hektischen Seite. 

 

Nach fünf Stunden haben wir den Nationalpark durchritten und erreichen eine Straße, an der schon der Pferdetransporter und ein Auto auf uns warten. 

Transporter in Indien sind nicht vergleichbar mit denen in Deutschland und so frage ich ungläubig mindestens zwei mal, ob die Pferde tatsächlich in diesem Gefährt transportiert werden. 

Werden sie. 

Und so lerne ich mal wieder, dass nicht alles so laufen muss, wie man es aus der Heimat, aus Deutschland, kennt. Die Pferde stehen zu dritt auf einem offenen Laster. Oben auf dem Laster sitzt ein Mann, der die ganze Fahrt über die Pferde im Blick hat und dem Fahrer Bescheid geben kann, wenn ein Problem auftauchen sollte. Keine Hightech-Kameras, keine High-End-Hänger und auch keine Transportgamaschen. Und trotzdem leben die Pferde noch ;-)

 

 

Den Abend auf der Farm genießen die Pferde am See und wir bei einem köstlichen Chai-Latte und Gesprächen über das Reisen und die Pferde dieser Welt.

Indien, you got me alreday!


Ihr wollt noch mehr von meiner Indien-Reise sehen? Dann schaut euch meine YouTube-Playlist an. 


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